Der Weg zum heutigen Delphin

Schon vor 40 Millionen Jahren erschien ein Urwal, der dem heutigen Delphin sehr ähnlich war. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Agorophiiden, die eigentlichen Vorfahren der Zahnwale.

Diese Wale hatten bereits Zähne im Mund, jagten, orientierten sich mit Hilfe der Echoortung, welche sich als großer Vorteil im trüben Wasser herausstellte. Den Agorophiiden folgten die Squalodon. Das Blasloch befand sich bereits, wie bei den heutigen Delphinen, auf der Oberseite des Schädels. Doch auch sie verschwanden wieder aus dem Meer.

Delphine und ihre Verwandten

Delphine sind keine Fische, sondern Säugetiere und gehören zur Gruppe der Wale. Man unterscheidet zwischen Bartenwalen und Zahnwalen. Bartenwale besitzen im Mund senkrecht herunterhängende Hornlamellen, die sie für das Filtern des Plankton und der Krebstiere aus dem Meer verwenden. Zahnwale sind Jäger und besitzen anstelle von Barten spitze Zähne. Delphine gehören zur Familie der Zahnwale, bei denen man 32 verschiedene Arten unterscheidet. Der bekannteste Delphin ist der Tümmler und der gefürchtetste unter ihnen der Schwertwal.

Die Verwandlung beginnt …

Vor 60 Millionen Jahren lebte der Vorfahre aller Wale als Vierfüßer mit Schnauze und krallenbewehrten Beinen an Land. Doch er wurde von anderen Säugetieren immer weiter zurückgedrängt und wandte sich so dem Leben im Meer zu. Ein neuer Lebensraum forderte natürlich große Anpassungsfähigkeit:

- Atmen an der Wasseroberfläche

- Große Schnelligkeit bei der Jagd

- Tauchen bis in große Tiefen

- Beute fangen, auch bei schlechter Sicht

- Konstante Körpertemperatur aufrecht halten......

Dies bedeutete eine enorme Veränderung, da die Lebensanforderungen an Land sich von denen im Wasser grundlegend unterscheiden. Diese Entwicklung dauerte viele Jahrmillionen...

Unterschiede und Merkmale

Ein eindeutiges Delphin-Merkmal ist seine waagrechte Schwanzflosse. Diese benötigt er, um an die Wasseroberfläche zu gelangen und dort Luft zu holen. Fische, wie zum Beispiel Haie, besitzen eine senkrechte Schwanzflosse, da sie zum Atmen nicht an die Wasseroberfläche müssen. Allmählich bildeten diese Vorfahren die Behaarung und die Hintergliedmaßen und die Ohrmuscheln vollständig zurück. Die vorderen Gliedmaßen mutierten zu Flossen und ihr Hals verkürzte sich. Die äußeren Geschlechtsorgane, sowie die Brustdrüsen, lagen nun in Hautfalten des Hinterleibs. So erreichte die Entwicklung eine Idealform für das Wasser.

Aufbau der Haut

Muskeln – Bindegewebe – Speckschicht – Lederhaut – Oberhaut – Rillenmuster

Delphine besitzen einen speziellen, einzigartigen Aufbau der Haut. Durch Bewegung bilden sich an der Haut turbulente Strömungen (Wasserwiderstand), welche die Geschwindigkeit beeinflussen. Die Oberhautzellen geben winzige Öltröpfchen ab, welche turbulente Wirbel vorbeugen. Außerdem befinden sich in der Haut Rezeptoren, die beginnende Wirbel wahrnehmen können, Rillenmuster entstehen, welche die Bildung von Wirbeln ausschalten kann.

Atmen und Tauchen

Zahnwale atmen über ein Blasloch, eine unpaare Atemöffnung, die sich oberhalb der Melone befindet. Bedingt durch die Lage des Blaslochs muß der Delphine nicht wie Seehunde oder Robben den Kopf beim Atmen heben, und kann dieses durch Muskeln öffnen oder schließen. Da Speise- und Luftröhre völlig voneinander getrennt sind, laufen Delphine nicht Gefahr bei der Nahrungsaufnahme zu ertrinken. Bei jedem Atemzug wird die Luft um 80 bis 90% erneuert, während wir Menschen es nur auf 10-15% bringen. Delphine besitzen keinen Atemreflex wie z.B. Menschen sondern atmen willentlich.

Temperatur

Der Delphin muss als Warmblüter eine konstante Körpertemperatur von ungefähr 36 Grad beibehalten.

Regelungen der Körpertemperatur durch:

1. erhöhten Stoffwechsel. Blutvolumen und Hämoglobinanteil sind proportional größer als bei Landsäugern

2. die Stromlinienform ist das Verhältnis zwischen Oberfläche und Volumen viel kleiner als bei Landsäugern

3. einen langen Atemrhythmus, Wärmeverlust dadurch verringert

4. eine dicke Fettschicht, sie isoliert innere Organe und die Muskel

Ernährung

Zahnwale sind ausschließlich Fleischfresser und stehen am Ende der Nahrungskette. Die meisten Delphine fressen Fische, andere hingegen ernähren sich auch von Tintenfischen (z.B.: Schnabelwale, Grindwale, Rundkopfdelphin). Die Art der Beutetiere hängt natürlich vom Aufenthaltsort und der Jahreszeit ab.

Das Gehirn

Delphine haben im Vergleich zu ihrem Körper ein überdurchschnittlich großes Gehirn (4 bis 5 mal größer im Vergleich zu ihrem Körper) und im Vergleich zum Menschen ein 7 mal größeres. Delphine sind auch in der Lage sich selbst im Spiegel zu erkennen, was bis dato nur dem Menschen und seinen nächsten Verwandten, den Primaten, nachgewiesen wurde.

Die Sinne

Mit Hilfe des Tastsinnes können Delphine turbulente Strömungen in der Nähe der Haut wahrnehmen. Als Reaktion darauf passt der Delphin die Hautoberfläche den Strömungsverhältnissen an. Alle Delphine haben eine besondere Vorliebe für Zärtlichkeiten. Berührungen spielen im täglichen Leben eine entscheidende Rolle.

Anstelle des Geruchsinns und einem Teil des optischen Sinnes ist die Echopeilung getreten, mit deren Hilfe sie ihre Beutetiere auf größere Entfernungen ausmachen können. Doch der Geschmackssinn blieb ihnen aber trotzdem auf der Zunge erhalten. Man weiß aber nicht genau, inwieweit dieser in Zusammenhang mit ihrer Nahrungswahl steht.

Wale haben einen stark ausgeprägten Sehsinn und besitzen weichere Sehlinse als Landbewohner und können dadurch die Form der Linse den Umweltbedingungen anpassen. Außerdem sind Delphine in der Lage ihren Gesichtssinn den atmosphärischen Bedingungen anzupassen. Drüsen geben permanent einen durchsichtigen Schleim ab, der die Augen vor Meerwasser schützt.

"... wenn sie nun in größeren Tiefen jagen, so tun sie dies mit der Echopeilung."

Tiere mit einer großen Melone besitzen kein räumliches Sehen, da die Augen an den Kopfseiten liegen. Treffen sie z.B. auf einen Taucher können sie die Augen schräg stellen. Durch das Sonarsystem entstehen möglicherweise im Gehirn räumliche Bilder.

Der Gehörsinn ist bei den Zahnwalen stark ausgebildet und besitzt die Fähigkeit des Richtungshörens. Der Gehörgang mündet hinter die Augen, wobei die Ohrmuschel vollkommen verschwunden ist. Der Unterkiefer empfängt Schallwellen, die durch das Fettgewebe bis zu einer Membran weitergeleitet werden, welche die Schallwellen aus das Innenohr überträgt.

Sonarsystem und Echopeilung

Neben der Schallwahrnehmung über das Trommelfell können Zahnwale Ultraschalllaute aufnehmen und erzeugen.

Prinzip:

Ein Signal wird abgegeben, dieses wird vom Ziel zum Ausgangspunkt reflektiert. Über das aufgenommene Signal gewinnt der Delphin Information über Entfernung und Form des Objektes.

Lauterzeugung:

Delphine besitzen keine Stimmbänder, diese würden ihnen im Wasser außerdem nicht viel nützen. Auf beiden Seiten, die zum Blasloch führen liegen drei Paar Luftsäcke. Wenn nun die Luft von einem Sack zum anderen kommt entstehen die Laute.

Zahnwale erzeugen zwei Arten von Lauten:

1. Sprach- und Kommunikationslaute (pfeifen, zischen, schreien, schnalzen)

2. Klicklaute für die Echopeilung, die für die Ortung eingesetzt werden

Orientierung:

Bei einigen Arten beruht das Orientierungsvermögen auf der Echopeilung durch Klicklaute. Zahnwale nehmen damit Beutetiere und die Beschaffenheit des Meeresbodens wahr und können sich somit ohne Schwierigkeiten fortbewegen. Es wird vermutet, das sich Delphine auch nach dem Erdmagnetfeld orientieren.

Lebenszyklus

Das Jungtier wächst, wie beim Menschen, im Bauch der Mutter heran. Diese bringt es auf die Welt, säugt und pflegt es bis es für sich selbst sorgen kann. Bei oberflächlicher Betrachtung kann man das Geschlecht eines Delphines nicht feststellen, da die Geschlechtsorgane in einer Falte liegen. Abhängig von der Delphinart, erreicht nach einigen Jahren zuerst das Weibchen und dann das Männchen die Geschlechtsreife.

Dies bedeutet nicht, das sie sich sofort paaren. Das Delphinweibchen versucht möglichst viele Erfahrungen zu sammeln, um diese später an ihr Kalb weitergeben zu können. Die Fortpflanzung ist meist jahreszeitlich gebunden. Delphine lassen durch ihr Verhalten erkennen, dass sie zur Fortpflanzung bereit sind. Meist werden Weibchen von mehreren Männchen befruchtet, um so das Weiterbestehen der Art zu sichern. Je nach Art dauert die Tragzeit 10 bis 16 Monate, wobei die Geburt nur wenige Minuten dauert. Das Kalb kommt meist mit dem Schwanz voran auf die Welt. Entweder bricht die Nabelschnur von allein oder die Mutter beißt sie durch. Sobald dies geschieht wird das Baby mit Hilfe von seiner Mutter und anderen Delphinweibchen an die Wasseroberfläche gebracht. Dort nimmt es dann seine ersten Atemzüge.

Die wichtigste Aufgabe der Mutter ist es, dem Baby zu helfen eine Speckschicht aufzubauen. Da Delphine keine Lippen haben, muss die Mutter dem Kalb die Milch in den Schnabel spritzen. Das Weibchen hilft dem Kalb sich im Laufe der Zeit an feste Nahrung zu gewöhnen. Während seines Wachstums muss das Jungtier lernen zu jagen, sich zu orientieren, die Gruppe zu verteidigen... .

Je nach Art haben Delphine eine Lebenserwartung von 20 bis zu 40 Jahren.

Zum Tod führen können Infektionen, Fehlfunktionen von Organen, Strandung oder ... der Mensch.